"Eigentlich sollte es eine Utopie-Phase werden. Ihr habt aber realistische Vorschläge gemacht, die allesamt durchsetzbar sind. Man muss sich nur Mühe geben.", lobte Verdens SPD-Vorsitzender und Leiter der Hauptschule Visselhövede, Gerard-Otto Dyck, die Teilnehmer der Projekts "10unter25" der Jusos im Kreis Verden. Die jugendlichen Politikinteressierten trafen sich vergangenen Dienstag im Kasch Achim, um sich über ihre Vorstellungen einer idealen Bildung auszutauschen.
Zu Anfang hatte jeder die Möglichkeit, sich seine eigenen Gedanken von einer idealen Bildung machen. Später ging es dann in kleinen Gruppen zur Diskussion. Im Gespräch wurden dann die Vorschläge konkretisiert und in Schlagworten zusammengefasst. "Kleine Lerngruppen", "gemeinsames Lernen", "keiner darf ausgeschlossen werden" oder "mehr Lehrer und pädagogische Sozialarbeiter" waren oft genannte Forderungen.
Daneben gab es auch eher unkonventionelle Vorschläge. Eine Projektteilnehmerin wünschte sich beispielsweise einen "Garten- und Naturunterricht". Zudem solle es in jüngeren Klassen Klassentiere geben. "Das ist eine sehr schöne Idee. So lernen es die Kinder, Verantwortung zu übernehmen und vernünftig mit Tieren umzugehen.", unterstrich Gerard Dyck diese Idee. An gewünschten Ganztagsschulen forderten die Jugendlichen ein kostenloses Mittagessen, möglichst aus Bio-Produkten. Auch ein vegetarisches Angebot soll es geben.
"In der Schule sollten auch Talente in anderen Bereichen als Mathe oder Fremdsprachen gefördert werden. Wenn jemand im Bereich Kunst, Handwerk, Musik oder ähnliches talentiert ist, sollte man das auch auf dem Zeugnis erkennen können.", wünscht sich Yannic Peper. Er ist Schülersprecher am Domgymnasium Verden.
"In meiner Traumschule lernen die Kinder in kleinen Gruppen länger zusammen. So lernt man Sozialkompetenz. Außerdem ist es enorm wichtig, dass Bildung von Anfang bis Ende kostenlos ist. Nur so ist es möglich, wirklich allen Kindern, egal welcher sozialen Schicht sie angehören, eine gute Bildung zu ermöglichen.", betonte Eddy Rizk, SPD-Kandidat für die Kommunalwahl im September und Vorsitzender der Jusos Achim.
Im Anschluss an diese "Utopiephase" erläuterte Bildungs-Experte Dyck Möglichkeiten der aktuellen Bildungspolitik: "Viele der Vorschläge können im Moment nur nicht umgesetzt werden, weil das Geld fehlt. Von der Sache her waren alle Vorschläge durchaus realistisch." Dyck betonte aber, dass Ausgaben im Bereich Bildung immer Investitionen in die Zukunft der nachfolgenden Generation seien.
Gegen Ende der Veranstaltung stellte Juso-Geschäftsführer Jan Starke noch die Standpunkte 2011 der Jusos im Kreis Verden zum Bereich Bildung vor. Diese sollen auf einer Kreismitgliederversammlung der Jusos noch vor der Sommerpause diskutiert und beschlossen werden. "Uns ist wichtig, dass wirklich alle Kinder eine gute Bildung genießen können, egal wie viel Geld die Eltern haben. Deshalb fordern wir die Lernmittelfreiheit und endlich die Abschaffung der Studiengebühren in Niedersachsen." Die Bildungs-Standpunkte der Jusos gehen über den Bereich Schule hinaus und beinhalten auch Positionen zu Kita, Ausbildung, Hochschulbildung und Fort- und Weiterbildung bis ins hohe Alter. "Denn Lernen ist ein lebenslanger Prozess", betonte Juso-Kreisvorsitzender Manuel Kramer.
"Es ist schön zu sehen, dass junge Politikinteressierte kreative, innovative Ideen haben und auch mutige und unkonventionelle Vorschläge machen. Ich freue mich über diesen frischen Wind.", schloss Kramer die Veranstaltung.
V.l.n.r.: Gerard-Otto Dyck (Vorsitzender SPD Verden), Yannic Peper, Ronja Vetter, Tabea Lühmann, Altin Shala, Manuel Kramer (Juso-Kreisvorsitzender), Katrin Garbelmann, Jan Starke (Juso-Kreisgeschäftsführer), Eddy Rizk (Vorsitzender Jusos Achim), David Hofer (stellv. Juso-Kreisvorsitzender)