Ein zweistelliger Millionenbetrag für ca. 11 Millionen betroffene Menschen wurde bewilligt. Es soll bereits zehntausende Tote geben. Das sind die Fakten zur Hungersnot in Ostafrika. Wir Jusos im Kreis Verden fordern neben einer weiteren, schnellen Aufstockung der Soforthilfe auf ein realistisches Maß, auch eine bessere, langfristigere Entwicklungszusammenarbeit mit Krisenländern in Afrika und anderen betroffenen Regionen der Erde. Das Ziel muss das Ende der Ausbeutung Afrikas sein.
Deutschland beteiligt sich mit 20% an einer Soforthilfe der EU (Anteil: etwa 32 Millionen Euro). Zusätzlich sollen weitere 30 Millionen Euro vom Bundeshaushalt zu den betroffenen Menschen in Ostafrika fließen. Zum Vergleich: Zur Rettung „systemrelevanter“ Banken verbürgte sich die Bundesrepublik im Oktober vergangenen Jahres mit circa 480 Milliarden Euro, also dem etwa 7700-fachen.
Ostafrika erlebt die schlimmste Dürre seit 60 Jahren, das Gebiet ist umkämpft. Die Hilfslieferungen werden teilweise durch die Al-Shabab-Organisation blockiert. Resultat: 11 Millionen Betroffene, Zehntausende Tote.
Wir Jusos im Kreis Verden fordern, dass die Soforthilfe durch eine weitere Aufstockung finanziell schnell an die Realität angepasst wird. Die Hungerkrise wird zusätzlich dadurch verschärft, dass fruchtbares Land, beispielsweise in Äthiopien, für die Herstellung von sogenanntem „Bio“-Treibstoff verwendet wird. In Fällen wie diesen wird Afrika zu industriellen Zwecken ausgebeutet. Statt Hunger zu bekämpfen, wird durch kurzsichtige Profitgier die Nahrungsmittelknappheit verstärkt. Wir fordern das Ende dieser Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Der Preis für den Erhalt des Wohlstands in den Industrienationen darf nicht der Hunger in der 3. Welt sein.
Außerdem soll in Zukunft die Entwicklungszusammenarbeit in betroffenen Regionen verstärkt werden. Wichtig dabei ist, dass auf Nachhaltigkeit gesetzt wird. Gute Entwicklungszusammenarbeit heißt für uns, Projekte anzustoßen,
die nicht nach dem Versiegen des Geldstroms zum Tode verurteilt sind. Deswegen fordern wir eine besondere Förderung von Projekten im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft, sowie der Stromerzeugung aus Wind-, Solar- und Wasserenergie. Dabei soll das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ gelten: Know-How und Startkapital der Industrieländer soll den selbstständigen Industrieausbau in den betroffenen Regionen ermöglichen.
Dazu werden wir einen Brief an Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verfassen. Außerdem appellieren wir an die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Verden, um die
nichtstaatlichen Hilfsorganisationen bei der schnellen, kurzfristigen Krisenhilfe zu unterstützen. Langfristig muss die Ausbeutung Afrikas gestoppt werden, um dem Hunger in der Welt effektiv entgegentreten zu können.