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NUCLEAR EVOLUTION?!

Aufmacher Atomkraft Small
21. Juni 2011 0 Kommentare

Nicht erst seit der tragischen Katastrophe in Japan ist der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie ein umstrittenes Thema in Deutschland.

Die Geschehnisse in Fukushima sorgten weltweit für Bestürzung und nach Tschernobyl ist nun auch unsere Generation direkt betroffen.

Wir Jungen Sozialdemokraten im Kreis Verden positionieren uns eindeutig: Wir wollen raus aus der Atomkraft, so schnell wie möglich, denn erneuerbare Energien sind unsere Zukunft!

Aufmacher Atomflyer Jusos Big

 Wir glauben nicht daran, dass man erst in zig Jahren aus der Atomkraft aussteigen kann und finden die Idee, einige Kernkraftwerke eventuell sogar noch länger laufen zu lassen, grotesk.

Doch wir würden auch gerne eure Meinung erfahren. Vielleicht habt ihr ja eine völlig andere? Zur Einstimmung auf das Thema findet ihr auf den Flyern, die wir im ganzen Landkreis verteilen, ein paar Fragen zum Thema, die wir nachfolgend auflösen wollen. Andere Ideen, Meinungen, Anregungen? Immer her damit!

Unser Quiz Atomkraft

 Was passiert mit dem Atommüll?
a) Wird zum Mond geschossen.
b) Zwischenlagerung, da es noch kein Endlager gibt.
c) Atommüll?

...und die Antwort:

Als hätte man es nicht denken können: Korrekt ist Antwort b)!

Ein Atommüll-Endlager müsste ein geologisch über sehr lange Zeiträume stabiler Ort sein. Seine Umgebung dürfte chemisch möglichst nicht mit dem eingelagerten Müll und den Behältern reagieren. Der Ort müsste weit weg von der Biosphäre, von potenziellen Rohstoffquellen und von menschlichen Einflüssen liegen. Das Gebiet dürfte nicht ins Meer entwässern.

Weltweit hat bisher niemand einen solchen Ort gefunden. Ob es ihn gibt, ist mehr als fraglich.

Seit 2005 wandern abgebrannte Brennelemente in Castor-Hallen direkt bei den Atomkraftwerken. Das brachte und bringt nicht wenige Atom-Fans zwischen Brunsbüttel und Ohu in schwere Argumentationsnöte. Der Atommüll dürfe keinesfalls in ihrer Nachbarschaft gelagert werden, fordern sie. Nur der Reaktor (der Geld in die Gemeindekassen spült), der müsse unbedingt weiterlaufen …

Auch die CSU will unbedingt Atomstrom – aber keinesfalls Atommüll in der Nähe Bayerns. Mit Diskussionen über mögliche Endlagerstandorte, warnt sie, „zünden wir die ganze Republik an“.

Weil der Atommüll in den Castor-Behältern stark strahlt, sind diese außen extrem heiß. Die Zwischenlagerhallen in Gorleben, Ahaus, Lubmin und an den Atomkraftwerken haben daher große Luftschlitze, damit Luft an den Behältern vorbeistreichen kann. Wird einer der Behälter undicht, gelangt die Radioaktivität so ungehindert ins Freie.

Doch wohin mit dem Müll? Viele Tausend Tonnen abgereichertes Uran entsorgte die Gronauer Urananreicherungsanlage der Firma Urenco in Russland. Offiziell deklariert als »Kernbrennstoff« landete der Strahlenmüll jahrelang in ›Verbotenen Städten‹ im Ural, wo die rostenden Behälter unter freiem Himmel liegen.

Für den angeblichen Wertstoff musste die russische Atomfirma Tenex allerdings nichts bezahlen. Vielmehr zahlte Urenco dafür, dass sie ihren Dreck loswurde. Wollen wir das?

 Liefern uns Atomkraftwerke günstigen Strom?
a) Ja, weil Atomkraft viel günstiger ist als Ökostrom.
b) Egal. Der Strompreis wird vom Anbieter bestimmt.
c) Nein, der Strompreis wird an der Strombörse festgelegt.

...und die Antwort:

Liegt die Antwort auf der Hand? Korrekt ist hier zumindest Antwort c)!

Vier große Stromkonzerne beherrschen den Strommarkt in Deutschland. Ihnen gehören die Stromnetze, sie betreiben die Kraftwerke, sie bestimmen die Strompreise und in einem unglaublichen Maß sogar die Energiepolitik. Atomkraft stärkt die Konzernmacht. Dezentrale, hocheffiziente und umweltfreundliche Kraftwerke in Bürgerhand oder in kommunaler Regie entmachten die Konzerne. Deswegen versuchen die Atomkraftwerksbetreiber, solche Anlagen um jeden Preis zu verhindern.

Die Strompreise steigen seit Jahren – trotz Atomstrom. Ein entscheidender Grund dafür ist die Marktmacht der vier großen Energiekonzerne, die das Stromangebot an der Leipziger Strombörse dominieren. Von 2002 bis 2008 erwirtschafteten EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall fast 100 Milliarden Euro Gewinn. Im gleichen Zeitraum erhöhten sie die Strompreise um weit über 50 Prozent.

Atomkraftwerke zementieren die Marktmacht der Konzerne und sichern ihnen Milliardengewinne. Dagegen wirken die Erneuerbaren Energien schon heute preisdämpfend. Dank Windkraft sparen die Verbraucher jedes Jahr mehrere Milliarden Euro (Merit-Order-Effekt).

Fielen die derzeitigen enormen Vergünstigungen für Atomkraft weg – etwa durch eine realistische Deckungssumme bei der Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke, eine Besteuerung der Rücklagen, eine Brennstoffsteuer –, wäre Atomstrom unbezahlbar: Die Basler Prognos AG errechnete schon 1992 einen realistischen Preis von rund 2 Euro pro Kilowattstunde.

 Ist Atomkraft gut für die Umwelt?
a) Nein, da z.B. der Uranabbau der Natur erhebliche Schäden zufügt.
b) Ja, Atomkraft ist die sauberste Energieform.
c) Klar, der CO²-Ausstoß ist gleich Null.

...und die Antwort:

Gewusst? Nicht gewusst? Korrekt ist: Antwort a)!

Die allermeisten Uranerze enthalten nur 0,1 bis 1 Prozent Uran, manche sogar nur 0,01 Prozent. Für eine Tonne Natururan sind also zwischen 100 und 10.000 Tonnen Erz nötig. Sie müssen gefördert, verarbeitet und anschließend als giftiger Schlamm Hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden.

Hinzu kommen Millionen Tonnen von Gestein, das zu wenig Uran enthält. Dieser Abraum, ein Vielfaches des geförderten Uranerzes, ist meist ebenfalls radioaktiv. US-Präsident Nixon erklärte ehemalige Uranabbaugebiete wegen der großräumigen und andauernden Verseuchung 1972 zu nationalen Opferlandschaften, den ›National Sacrifice Areas‹.

Um das Uran aus dem Erz herauszulösen, sind große Mengen Wasser nötig. Doch in vielen Uranabbaugebieten ist Wasser Mangelware. Bei einem Urangehalt von 0,2 Prozent bleiben von jeder Tonne Uranerz 998 Kilo giftiger Schlamm zurück, der in Senken und künstlichen Seen landet. Diese sogenannten Tailings enthalten noch 85 Prozent der Radioaktivität des Erzes und viele Gifte wie zum Beispiel Arsen.

Radioaktive Stoffe aus den Tailings verseuchen Luft und Grundwasser über Jahrtausende, ein Dammbruch oder Erdrutsch hat katastrophale Folgen.

Uranbergbau hinterlässt außerdem riesige Altlasten: ganze Seen voller giftiger radioaktiver Schlämme, ganze Berge strahlenden Schutts. Über Jahrtausende bedrohen sie Grund- und Trinkwasservorkommen, vergiften die Luft, gefährden die Gesundheit. Die Bergbaukonzerne verdienen gutes Geld mit dem Uranabbau. Die Folgekosten für Schutz und Sanierungsmaßnahmen muss zum größten Teil die Allgemeinheit tragen.

Doch das ist noch nicht das Schlimmste: Rund 70 Prozent der Welt-Uranreserven liegen auf dem Gebiet indigener Bevölkerungsgruppen. Der Uranabbau zerstört ihre Dörfer, raubt ihre Weide- und Ackerflächen, vergiftet ihr Wasser.

Allein die Regierung Nigers hat im Jahr 2008 ausländischen Investoren für ein riesiges Gebiet im Norden des Landes 122 Konzessionen zum Abbau von Uranerz erteilt – über die Köpfe der hier lebenden Tuareg hinweg. Wie in vielen Uranabbaugebieten droht auch ihnen Enteignung und Vertreibung. So wie am 26. Januar 1996 im indischen Chatijkocha: Assistiert von Polizeieinheiten walzten die Bulldozer des Bergbauunternehmens dort ohne Vorwarnung Hütten, Scheunen und Äcker platt, um weiteren Platz für die Uranmine zu schaffen.

Übrigens: Uranabbau, Uranerzaufbereitung und Urananreicherung verursachen erhebliche Mengen klimaschädlicher Treibhausgase. Schon heute hat Atomstrom deswegen eine schlechtere CO2-Bilanz als Strom aus Windkraft und sogar als Strom aus kleinen gasbetriebenen Blockheizkraftwerken. Künftig wird diese Bilanz noch schlechter ausfallen: Je geringer der Urangehalt im Erz, desto mehr (fossile) Energie verschlingt der Uranabbau.

Atomkraft Lass Uns Diskutieren

Deine Meinung: Entweder online auf unserer Facebook-Seite, per Twitter an @JusosVerden oder über die Kommentarfunktion auf dieser Seite!

Alle deine Beiträge, ob positiv oder negativ, möchten wir auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen um darüber ins Gespräch zu kommen.

Zum Abschluss dieser Aktion wollen wir uns mit Lars Klingbeil (Mitglied des Deutschen Bundestags) zu einer Diskussion treffen, um ihm die gesammelten Meinungen zu präsentieren und Lösungen für das weitere Vorgehen zu entwickeln. Also: Mitmachen ist angesagt. Atomkraftwerke sofort abschalten, bald oder gar nicht? Schreib uns, was du zum Thema Atomkraft und Atomausstieg denkst!

Atomkraft Deine Jusos
Eine Aktion der Jusos im Kreis Verden, unterstützt von der SPD im Landkreis Verden,
Antworten auf die Quizfragen © by
www.100-gute-gruende.de


 

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